Mit der ReluxDesktop Version wurden die Vorgaben, oder auch Sollwerte folgender Richtlinien in den Arbeitsablauf implementiert

 EN 12464-1:2011, 12464-2:2007, oder ASR 3/4:2011.


Ähnlich wie auch schon bei den Straßenprojekten mit seinen Bewertungsklassen findet der Anwender nun die einfache Möglichkeit, der Szene ein Nutzungsprofil mit definierten Sollwerten zuzuweisen. Diese Möglichkeit besteht für Innen und Außenanlagen gleichermaßen.


Beispielprojekt: Planung gemäß DIN EN 12464-1:2011 

Bereits nach dem Anlegen des Projektes über den Menüpunkt Innenraum (siehe Abb.) können im übernächsten, 

leicht modifizierten Menüfenster Innenraum das Nutzungsprofil über das Icon Sollwerte bearbeiten ausgewählt werden (siehe Abb).


Vorher können Sie jedoch die Raumumschließenden Flächen wie folgt definieren: Raummaße

 L=6,0m x B=6,0m x H=2,80m. Rho: Boden=20%, Wände=50%, Decke=70% (Default Werte).



Im gleichnamigen Menüfenster Sollwerte bearbeiten (siehe Abb.), finden Sie nun das Verzeichnis von Innenraumbereichen, Bereichen der Sehaufgabe oder Bereichen der Tätigkeit gemäß Kapitel 5.2 der EN 12464-1:2011. Am Oberen Ende dieses Menüfensters lassen sich wahlweise im Menüpunkt Vorlagen verwalten auch die Vorgaben der 12464-2:2007 (Kapitel 5: Verzeichnis der Beleuchtungsanforderungen), oder der ASR 3/4:2011 (Beleuchtungsanforderungen für Arbeitsräume, Arbeitsplätze und Tätigkeiten) auswählen.


Für das Vorliegende Beispiel sollte das Profil 5.26 Büros: Schreiben, Schreibmaschineschreiben, Lesen, Datenverarbeitung ausgewählt werden. Mit einem Mausklick auf OK schließen Sie das Fenster Sollwerte bearbeiten.


Zurück im Menüfenster Innenraum fällt auf, dass nun zusätzlich zur Nutzebene ein Bewertungsbereich angelegt wird. Dieser Bewertungsbereich beinhaltet neben der Nutzebene auch zusätzliche Messflächen für Wände und die Decke einer Szene, wie in der EN 12464-1:2011 gefordert.

Diese Messflächen können übrigens in diesem Menüfenster bei Bedarf deaktiviert werden.

Nutzungsprofile gemäß EN 12464-1:2011


Der Mausklick auf OK schließt das Fenster Innenraum und in der 3D-Ansicht von ReluxDesktop können Sie die Szene betrachten. 

Wie hier deutlich zu erkennen, befinden sich in dem dargestellten Beispiel bereits sechs abgependelte Leuchten in der Szene. 

Diese Leuchten wurden nach der Auswahl des Produktes mit dem Befehl Easy Lux platziert.


Im nächsten Schritt (siehe Abb.) können Sie vier Schreibtische als Gruppe platzieren, sodass diese vier Tische sich an einem Punkt treffen.


Merke: Nach einem Klick der rechten Maustaste auf die Gruppe, kann anschließend die Option Zentrieren aus dem Kontextmenü ausgewählt werden.


Im vertikalen Menü Objekte finden Sie nun unter Messflächen eine Option mit der Bezeichnung Sehaufgabe. 

Mit der Drag-and-drop-Funktion können Sie eine Sehaufgabe in der Nähe der Tische platzieren. Nachdem Sie das Fangraster: Abstand dX, dY und dZ jeweils auf 0,1 cm gestellt haben, können Sie die Sehaufgabe bequem in Deckung mit der Tischgruppe bringen. Die Anpassung von Länge und Breite erfolgt hierbei durch Verschieben der Griffe bzw. roten Punkte, welche sichtbar sind, wenn die Sehaufgabe markiert ist.


Der Bereich der Sehaufgabe im zentralen Bereich des Messobjektes wird ergänzt durch den unmittelbaren Umgebungsbereich mit einer Breite von 0,5m. Die Nutzebene, welche den ganzen Raum mit einem Wandabstand von 0,5m umspannt, wird nun automatisch zum Hintergrundbereich. Diese Begrifflichkeiten entstammen übrigens der EN 12464-1:2011 (siehe 166, 167).


 


Merke: Einzelne Tische, oder Objekte können Sie übrigens ganz einfach per Mausklick markieren, um dann aus dem Menü Extras die Option Arbeitsbereich festlegen zu wählen. Sodann wird deckungsgleich mit dem Tisch eine Sehaufgabe mit unmittelbarem Umgebungsbereich erstellt (siehe Abb.).

Öffnen Sie nun den Berechnungsmanager, ermitteln Sie den Wartungsfaktor (siehe Abb.) fest und starten Sie die Berechnung - sobald diese fertig gestellt ist, klicken Sie auf das Icon Ergebnisübersicht (siehe Abb.).


Öffnen Sie nun den Berechnungsmanager, ermitteln Sie den Wartungsfaktor (siehe Abb.) fest und starten Sie die Berechnung - sobald diese fertig gestellt ist, klicken Sie auf das Icon Ergebnisübersicht (siehe Abb.).



Ergebnisübersicht in ReluxDesktop

 

Berechnungsergebnisse

Wie in der Abbildung zu erkennen, ist die Ergebnisübersicht mit der ReluxDesktop Version 2012.3 wesentlich umfangreicher geworden. Wie bereits eingangs dieses Kapitels erwähnt, sind hier die Berechnungsergebnisse zum Einen dargestellt, zum Anderen finden Sie rechts neben den Ergebnissen in Klammern jeweils den nach Norm geforderten, bzw. empfohlenen Wert.

Diese Werte entsprechen dem Profil aus Tabelle 5.26 Büros: Schreiben, Schreibmaschineschreiben, Lesen, Datenverarbeitung welches Sie beim Anlegen der Szene definiert haben. In der Tabelle finden Sie die Sollwerte für diesen Fall dargestellt.


Raum

Bereich

Em (horizontal)
Eh,m [lx] Uo

Ez (zylindrisch)
Ez,m [lx] Uo

UGR

Büro

Arbeitsbereiche

500

0.6

150.-

0.1

≤ 19



Umgebung

300

0.4

-

-

≤ 19



Hintergrundbereiche

100

0.1

-

-

≤ 19



Wände

75

0.1

-

-

≤ 19



Decke

50

0.1

-

-

≤ 19


Merke: Die UGR Einstufung der Beleuchtungsanlage wird in der Ergebnisübersicht nach der Tabellen-Methode des CIE 

Unified Glare Rating-Verfahrens vorgenommen, da die Berechnung nach UGR Formel, welche in ReluxDesktop ebenfalls möglich ist, 

unter Umständen keine belastbaren Ergebnisse generiert (vgl. DIN EN 12464-1:2011, S. 14 u).

 

Die Tabellen Methode hat jedoch ihre Grenzen, sodass der UGR-Wert nicht in allen Fällen abgedruckt werden kann.

Ist eine der nachfolgenden Rahmenbedingungen nicht gegeben, wird der UGR-Wert auf der Ergebnisübersicht nicht dargestellt.

  1. Die Szene muss rechteckig, oder zumindest nahezu rechteckig sein.
  2. Es darf in einer Szene nur ein Leuchtentyp Verwendung finden.
  3. Die Szene muss eine Nutzebene besitzen (für die Berechnung der Szenendimenstion, z.B. 4H 8H). Dieses kann z.B. diejenige Nutzebene innerhalb des Bewertungsbereichs sein.
  4. Die Leuchten müssen auf gleicher Höhe über der Nutzebene liegen und dürfen eine Maximale Streuung von +/- 5cm aufweisen (Höhenunterschied).
  5. Es müssen Leuchten in der Szene platziert sein, das sonst keine Kunstlichtberechnung möglich ist.
  6. Die Leuchten müssen für eine UGR-Auswertung geeignet sein. Kombinationsleuchten mit mehreren unterschiedlichen Lichtaustrittsflächen sind dies beispielsweise nicht.